Der Verein
Wenn es unseren Verein nicht schon gäbe, müssten wir ihn gründen …
Als Gegenpart zu alarmierenden Entwicklungen in unserer Gesellschaft,
insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Klagten wir noch vor zwei
Jahren in erster Linie über die Ergebnisse der PISA-Studie, so sind wir
jetzt einen dramatischen Schritt weiter: Wir werden über die Medien
nahezu täglich mit zunehmender Gewalt unter jungen Menschen
konfrontiert. Als Ursache nennen Psychologen, Soziologen und
Medienexperten u. a. Orientierungslosigkeit bei Heranwachsenden. Zu
viele Kinder und Jugendliche erfahren in ihren Familien keinen Halt
mehr, keine Perspektive, keine Zielführung und auch keinen liebevollen
Umgang. Stattdessen zieht verstärkt Technik in Kinderzimmer ein:
Fernseher und Computer gehören vielerorts zur Grundausstattung und
bieten ungezügelten Zugang auch zu Gewalt verherrlichenden Videos und
Spielen. Viele Mütter und Väter scheinen überfordert und sind nur
unzureichende Vorbilder. Öffentlich geführte Diskussionen drehen sich
vor allem um das geforderte Verbot von Computerspielen mit
Gewaltinhalten. Mehr nicht.
Was können wir von „Leselust“ tun?
Weiter machen! Wir sind auf einem guten Weg. Aber wir müssen noch
aktiver werden, noch mehr Menschen von „Leselust” überzeugen und unsere
Vereinsziele noch stärker umsetzen! Das heißt, wir müssen auch deutlich
machen, noch deutlicher als bisher, dass die Weichenstellung über die
Zukunft eines Kindes frühzeitig beginnt. Am besten im Umgang mit
Menschen, mit unserer Sprache, mit der Förderung von Fantasie und der
Vermittlung von Wissen und Empathie. All das kann durch Vorlesen, beim
Austausch von Geschichten und im Gespräch bestärkt werden. Wir
verteufeln keine elektronischen Medien, aber wir prangern an, wenn
Fernseher und Computer Familienleben ersetzen. Da müssen wir
hinschauen, dazu müssen wir was sagen.
Rückblick: Was haben wir bereits getan?
„Leselust in Baden e.V.“ wurde 2004 gegründet und hat als Ziel, Kindern
und Jugendlichen, aber auch Erwachsenen die Freude an Literatur, den
Reichtum der Sprache(n) und die Fülle an Kultur und Wissen in Büchern
zu vermitteln. Aus diesem Grund sind wir in vier Bereichen aktiv:
1. Wir lesen kontinuierlich u.a. in Kindergärten und Schulen im Landkreis Rastatt und in Baden-Baden vor.
2. Wir konzipieren und realisieren Projekte.
Wie zum Beispiel die
„Lesetagebücher“ oder
„Volkssport Lesen“.
3. Wir organisieren Veranstaltungen, z. B. eine Märchenreihe mit
deutsch- und fremdsprachigen Vorlesern (in der jeweiligen Landessprache
mit Übersetzung), im Frühjahr und Sommer 2006 in der „Lunette 42“ in
Rastatt, und seit Herbst 2006 in der Stadtbibliothek Baden-Baden. Wir
lesen u.a. regelmäßig am „Tag des Buches“, in der Frederick-Woche oder
bei sonstigen bundesweiten Leseaktionen.
4. Wir lesen auf Einladung, z. B. von Unternehmen wie der Volksbank Baden-Baden . Rastatt eG oder im Mercedes-Benz Kundencenter in Rastatt bzw. von Vereinen wie TC Bischweier oder Skiclub Bischweiser.
5. Auf Anregung der Stadt Rastatt haben wir 2005 einen
Vorlesenachmittag auf dem Marktplatz unter dem Motto „Sagenhaftes
Rastatt“ organisiert und gestaltet. Auf Einladung der Stadt Baden-Baden haben wir 2005 zum Geburtstag in der Lichtentaler Allee vorgelesen.
6. Im Mercedes-Benz Kundencenter in Rastatt haben wir 2007 den „
Tag des Buches“ organisiert.
Für die Mitglieder des Vereins „Leselust in Baden e.V.“ gibt es bei den
Vorlesestunden etc. selbstverständlich kein Honorar - zumindest keines
in Geldform. Die engagierten Mitglieder werden belohnt durch strahlende
Kinderaugen, Lachen und den Schlussapplaus. Der Verein sucht ständig
neue Mitglieder, da die Anfragen weiter zunehmen. Gerne würde der
Verein auch in Altenheimen vorlesen, die ebenfalls immer wieder
anfragen.
Doch Vorsicht: Wir sind kein einfacher Verein, bei dem es um
literarische Abende geht, sondern um Engagement, das zum Teil
zeitintensiv ist. Mitunter auch enttäuschend, wenn mal wieder die
Resonanz auf einen Vorlesetermin bescheiden ausfällt. Aber es lohnt
sich bei jedem einzelnen (jungen) Zuhörer!