Kindliche Wahrnehmung
Auszug aus einem Beitrag von Kay-Uwe Fock
(mehr Infos zum Autor siehe unten)
„Sich in der Welt zurechtfinden - Wie entwickelt sich die kindliche Wahrnehmung?“
(...)
"
Medien
In der frühen Kindheit ist zu einem sehr sparsamen Gebrauch von Medien zu raten.
Sie überfluten die noch unfertigen visuellen und akustischen
Verarbeitungskapazitäten des Kindes, während sie gleichzeitig die
Hirnentwicklung durch Bewegungsmangel verlangsamen oder gar stoppen.
Kinder sitzen oft wie gebannt vor dem Fernseher,
ihre körpernahen Sinne empfangen keine Entwicklungsimpulse.
Gleichzeitig werden sie mit Bildern regelrecht überflutet, die sie
emotional und auch kognitiv nicht verarbeiten können.
Wie psychologische Untersuchungen zeigen,
wirken die gesehenen Bilder, insbesondere wenn sie bedrohliche Inhalte
haben, im Unbewussten auf zerstörerische Weise nach. Die Verarbeitung
der Bilder geschieht bestenfalls im Gespräch mit den Eltern und im
Nachspiel des gesehenen und gehörten.
Daher sollte während der Phase intensiver Organentwicklung, also bis
zum siebten Lebensjahr, nur sehr sparsamer Gebrauch von Medien gemacht
werden.
Fazit
Kinder bringen alle Anlagen für eine umfassende Entwicklung ihrer Wahrnehmung mit.
Die Welt in der wir leben, bietet Kindern allerdings immer weniger
Raum, sich zu erproben. Für eine ausgewogene Entwicklung brauchen
Kinder verfügbare Bezugspersonen, eine Reizumwelt,
die ihre Verarbeitungskapazität stimuliert,
aber nicht dauernd überfordert und eine Mischkost von Sinnesreizen mit
einer Betonung der körpernahen Sinne. Die Eltern können ihrem Kind
diesen Raum (wieder) verschaffen, dazu müssen sie allerdings ihre
Lebensumwelt und ihre Lebensgewohnheiten kindgerecht umgestalten."
Den vollständigen Text können Sie nachlesen unter (Stand 14.08.2004):
http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/
a_Kindliche_Entwicklung/s_775.html
Autor:
Kay-Uwe Fock ist Diplom-Psychologe.
Er ist Mitarbeiter der Hamburger "Beratungsstelle für Eltern, Kinder
und Familien im Pflege- und Adoptivbereich". Freiberuflich arbeitet
Kay-Uwe Fock als Paartherapeut und Supervisor und bietet Seminare
insbesondere zum Thema Bindungsverhalten an.
Telefon: Freunde der Kinder: 040/59 49 00,
Büro: 040/ 76 11 35 88;
E-Mail: ku.fock@web.de
© familienhandbuch.de
(Staatsinstitut für Frühpädagogik, München)